Flötenkreis
Jun
Am Ende des ökumenischen Fußballgottesdienstes am vergangenen Sonntag vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft im Gemeindehaus Neureut-Nord, den die katholischen und evangelischen Gemeinden aus dem Kooperationsraum Nördliche Hardt gemeinsam veranstalteten, war das Gelächter noch einmal groß. Zur Ankündigung des Schlussliedes wollte Pfarrer Pascal Würfel wissen, welches Lied in einem Stadion nicht fehlen dürfe. Die Antwort eines Jungen in der ersten Reihe kam prompt: „Das Badnerlied!“ Auch wenn anschließend nicht die badischen Farben, sondern Gemeinschaft und Zusammenhalt mit „You’ll Never Walk Alone“ besungen wurden, war die Stimmung an diesem Sonntagabend prächtig.
Das lag sicherlich zum großen Teil an den vielen Toren, die später zu bejubeln waren, aber auch an den unterschiedlichen Generationen, die zum Fußballschauen zusammengekommen waren. „Das fühlt sich an wie ein großes Familientreffen“, sagte einer der Besuchenden beim Blick auf die mehr als 100 Fußballfans, von denen die meisten bereits eine Stunde vor dem Anpfiff den Gottesdienst besucht hatten.
Dabei stand die Faszination des Fußballs ebenso im Mittelpunkt wie die kritische Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des modernen Profisports. Anknüpfend an Aussagen des ehemaligen Fußballtrainers Christian Streich wurde deutlich, dass Fußball trotz Kommerzialisierung und gesellschaftlicher Missstände vielen Menschen Gemeinschaft, Zusammenhalt und Zugehörigkeit schenkt. Pfarrer Würfel und Alice Maier vom katholischen Gemeindeteam gingen - ausgehend von dem Lied „An Tagen wie diesen“ der Toten Hosen und den Worten des Predigerbuches Kohelet - der Frage nach, warum Menschen sich nach Augenblicken sehnen, die bleiben, und wie diese Sehnsucht auf Gottes Verheißung einer erfüllten Gemeinschaft verweist. Ihre Antwort: Solche Momente der Gemeinschaft und Verbundenheit berühren Menschen deshalb so tief, weil Gott „die Ewigkeit in das Herz des Menschen gelegt hat“ (Kohelet 3,11). Fußball könne die Welt nicht retten, lasse aber manchmal etwas von der Sehnsucht nach einer Welt aufscheinen, in der Gemeinschaft stärker ist als Ausgrenzung und Freude nicht auf Kosten anderer entsteht, betonten beide.
Nach dem Segen warteten Bratwürste, Zitronenlimonade und Bier bereits darauf, die Zeit bis zum Anpfiff zu überbrücken. Für die weitere gute Stimmung sorgte anschließend die Nationalmannschaft selbst. Dass das Spiel reibungslos übertragen werden konnte, verdankt die Gemeinde Felix Feger und Tim Kleinhans vom Technikteam, aber auch Luana Hennemann und Hans-Peter Kälblein, die dafür mit kräftigem Applaus bedacht wurden.